Dein Rebalancing-Plan rät dir nicht mehr, kleine Positionen zu verkaufen

Diese Woche kam eine Mail mit einem Screenshot, den ich mir nicht gern angesehen habe. Eine Position, die eine Leserin mit 1 % ihres Depots eingeplant hatte, stand da mit „1 % / 0 %“, darunter „3.000 € zu viel“, und die App empfahl, alles zu verkaufen.
Das hatte sie nie verlangt. Sie hatte nur einen neuen Fonds in ihren Plan aufgenommen, und die App machte ihm Platz, indem sie alle anderen Zielwerte verkleinerte und auf ganze Prozent rundete. Aus ihrem 1 % wurde 0 %. Und 0 % heißt für die App: Davon will ich weg.
Fast alles, was ich diese Woche ausgeliefert habe, fing genau so an: mit einer Mail von jemandem, der MFFT benutzt. Diese Woche gehört also deinen Fehlermeldungen.
Dein Plan lässt deine kleinen Positionen in Ruhe
Der Tab „Balance“ auf der Depotseite vergleicht, was du hast, mit der Aufteilung, die du willst, und sagt dir, was du mit der nächsten Einzahlung kaufen solltest. Das klappt gut, bis eine kleine Position zur Verkaufsorder gerundet wird.
Das ist jetzt anders:
- Zielwerte nehmen Nachkommastellen. Du tippst „1,5“ oder „0.5“ und bekommst genau das. (Vorher konnte aus „1.5“ still und leise 15 werden. Tut mir leid.)
- Eine Position, die du hältst, wird nie auf null gerundet, nur weil der Plan Platz für etwas Neues schafft.
- Ein Wertpapier, das du schon besitzt, kommt mit seinem aktuellen Anteil in den Plan, nicht mit 0 %.
- Vor dem Speichern nennt dir eine Zeile jede Position, die du hältst und die im Plan bei 0 % steht. Ein Verkauf ist damit immer deine Entscheidung und kein Rundungsunfall.
- Jede Zeile zeigt „Jetzt 67,6 % / Ziel 55 %“. Kein Rätselraten mehr, welche Zahl welche ist.

Depot, dann „Balance“, dann „Plan bearbeiten“. Oder schau dir den Plan der Beispielfamilie im Demo an, ganz ohne Konto.
Gewinn & Steuern zeigt jetzt, was es weggelassen hat
Ein anderer Leser hatte brav für alle Positionen die Kaufdaten nachgetragen, eine echte Fleißarbeit, und bekam zum Dank überall „Fehlende Daten“.
Es fehlte aber nichts. Bei ein paar Positionen ergaben seine erfassten Käufe mehr Stück, als er heute hält. In dem Fall lässt MFFT die ältesten überzähligen Käufe beim Gewinn außen vor. Das ist richtig, nur hat die App nirgends gezeigt, welche das sind. „Prüfen“ führte zu einer Liste, in der alles stimmig aussah. Eine Schleife ohne Ausgang.
Jetzt gibt es in der Kaufübersicht die Gruppe „Nicht gezählt“, genau mit diesen Käufen. Jeden davon kannst du bearbeiten, löschen oder mit „Verkauf erfassen“ abschließen, der Überschuss ist schon vorausgefüllt. Und würde ein neuer Kauf über deinen Bestand hinausgehen, warnt dich das Formular, bevor du speicherst.
Noch etwas aus demselben Postfach: Wenn du nur deinen durchschnittlichen Kaufpreis kennst, ist das völlig in Ordnung. Das Formular sagt das jetzt auch klar und rät dir, ihn mit dem Datum deines letzten Kaufs einzutragen. So rechnet die App deine Haltedauer nie länger, als sie ist.
Kleineres, das dir auffallen wird
- Deine eigene Wohnung zahlt dir keine Miete mehr. Das Cashflow-Diagramm in „Finanzielle Zukunft“ schätzt die Miete auf 3 % des Immobilienwerts pro Jahr, wenn du keine echte Miete eingetragen hast. Das tat es auch für die Wohnung, in der du selbst lebst, und dein Plan rechnete mit Einnahmen, die es nicht gibt. Unter „Immobilien“ dein Zuhause als Hauptwohnsitz markieren, und die Schätzung ist weg. Jede Schätzung trägt jetzt außerdem den Hinweis „geschätzt mit 3 %“, damit du sie erkennst.
- Die Heatmap zählt deine Doppelten. Die Heatmap aus der letzten Woche setzt jetzt ein kleines „×2“ oder „×4“ auf jedes Unternehmen, das in mehr als einem deiner Fonds steckt. An den Fondsnamen siehst du so eine Überschneidung nie.
- Jede Position zeigt ihren Wert. Die Zeilen auf der Depotseite zeigen jetzt, was eine Position in Euro wert ist, statt eines Stückpreises, den du im Kopf hochrechnen müsstest.
- Ugandische Schilling. Jemand hat danach gefragt, also kennt MFFT jetzt 26 Währungen.
- Das Menü beim Nettovermögen sagt, was es tut. Dort stand ein angehaktes Kästchen „einbeziehen“, und wer ein Konto ausschließen wollte, klickte auf das Wort, das das Gegenteil sagte. Jetzt nennt der Eintrag genau die Aktion, die passiert: bei einem einbezogenen Konto das Ausschließen, bei einem ausgeschlossenen das Einbeziehen.
Was als Nächstes kommt
Letzte Woche hatte ich „Vom Ersparten leben“ als Nächstes angekündigt. Deine Mails haben sich vorgedrängelt, und den Tausch würde ich wieder machen. Es steht weiter ganz oben, zusammen mit einem neuen Durchgang durch den Depot-Import mit echten Broker-Auszügen. Und an MFFT für Android wird gearbeitet.
Die Lehre der Woche
Die kam vom Schilling. Die Kursquelle, die ich normalerweise nutze, führt ihn nicht, also hing er an einer einzigen Quelle. Wäre die in der falschen Nacht ausgefallen, wäre ein Schilling-Guthaben zum Kurs eins zu eins gespeichert worden, rund 4.000-mal zu hoch, und hätte für immer in deinem Vermögensverlauf gestanden. Seltenere Währungen haben deshalb jetzt eine zweite, unabhängige Quelle als Reserve. Eine Währung ist nicht unterstützt, nur weil sie in einer Auswahlliste steht. Unterstützt ist sie erst, wenn sie dich nicht still anlügen kann.
Schreib mir weiter. Diese Woche hat gezeigt, dass deine Mails der beste Fahrplan sind, den ich habe.
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